EXOPOLITIK Bundestagswahl 2017: Welche Partei würde geheime UFO-Akten öffnen?

Bundestagswahl_2017-_Welche_Partei_wurde_geheime_UFO-Akten_offnenZur Bundestagswahl haben wir Vertreter aller großen Parteien gefragt, ob sie sich für die Öffnung geheimer deutscher UFO-Akten einsetzen würden. Das Ergebnis überrascht.

von Robert Fleischer

Das Thema Unidentifizierte Flugobjekte (UFOs) gilt in Deutschland nach wie vor als non-topic, wenn nicht gar als Tabu. Davon zeugt nicht zuletzt das Gelächter im Publikum der Bundespressekonferenz, wenn dort mal eine ernsthafte Frage dazu gestellt wird. Doch anlässlich der am 24. September 2017 anstehenden Bundestagswahl wollten wir es genau wissen: Welcher Politiker wäre bereit, sich für eine Öffnung möglicherweise existenter geheimer UFO-Akten einzusetzen? Die Vermutung kommt nicht von ungefähr - immerhin haben Großbritannien und Frankreich sowie 19 weitere Länder sich jahrelang im Geheimen mit UFOs beschäftigt und erst vor wenigen Jahren ihre Geheimakten dazu veröffentlicht, weshalb Experten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags vermuten, dass sich auch deutsche Stellen mit UFOs beschäftigen könnten.

Doch wer sich für geheime UFO-Akten interessiert, hat kaum eine Lobby. Es gibt nur eine Partei, die die Offenlegung deutscher UFO-Akten in ihrem Wahlprogramm hat, und zwar die Deutsche Mitte[1] des ehemaligen ARD-Korrespondenten Christoph Hörstel. Allerdings tritt seine Partei nicht in allen Bundesländern an und ist recht klein. Die Chancen, dass die Deutsche Mitte in den Bundestag kommt, sind eher gering.

Darum habe ich Ende Juni damit begonnen, sämtlichen führenden Politikern in Deutschland Anfragen zu schicken: Fraktionsvorsitzende der großen Parteien im Bundestag, deren Stellvertreter und zudem noch Bundespolitiker, die in wichtigen Ausschüssen für Außen- und Innenpolitik sowie Forschung und Verteidigung sitzen. Alle Anfragen – mit Ausnahme von einer – habe ich per E-Mail oder über abgeordnetenwatch.de gestellt. Außerdem habe ich Mails an die Pressestellen der großen Parteien geschickt. Insgesamt waren es 32 Politiker von der CDU, der SPD, den GRÜNEN, den LINKEN, der FDP, der AFD und der PIRATEN. 8 dieser Bundestagsabgeordneten stellen sich in meinem Wahlkreis Leipzig zur Wiederwahl. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ mir eine Antwort zukommen.

Allen Politikern stellte ich mehr oder weniger wortgleich diese Frage:

"Ich habe eine Frage, die die Informationsfreiheit in Deutschland berührt.

in 21 Ländern der Welt hat das Militär ehemals geheim gehaltene Unterlagen zu unidentifizierten fliegenden Objekten veröffentlicht. In fünf Ländern gibt es sogar staatliche UFO-Untersuchungsbehörden, wie z.B. in unserem Nachbarland Frankreich (1).

Im Gegensatz zu all diesen Ländern hat die deutsche Bundeswehr bislang keine Akten zu diesem Phänomen öffentlich gemacht (2).

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags vermutet, dass sich auch deutsche Stellen mit diesem Phänomen befasst haben bzw. befassen (3).

Hillary Clinton versprach während ihres Wahlkampfes u.a. am 24. März 2016 in der Jimmy Kimmel Talkshow, dass sie im Falle eines Wahlsieges amerikanische UFO-Akten öffentlich machen würde, solange dies die nationale Sicherheit nicht gefährde (4).

Das UFO-Thema ist in Deutschland sehr umstritten, weil einerseits von der Regierung kaum Informationen darüber zu bekommen sind und sich andererseits auf Grund des Informationsmangels zahlreiche Verschwörungstheorien darum gebildet haben. Darum möchte ich Sie fragen, ob Sie bereit sind, zur Versachlichung dieser Debatte beizutragen.

Werden Sie sich nach Ihrer Wahl in den Bundestag dafür einsetzen, dass deutsche Behörden und Ministerien ihre Akten über UFOs öffentlich machen?"

zu (1):
Die komplette Liste finden Sie in folgendem PDF-Dokument ab S. 10: www.exopolitik.org

zu (2):
vgl. Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode. Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 9. Juni 2008 eingegangenen Antworten der Bundesregierung. BT - Drs. 16/9554 vom 13.06.2008, Frage 16)

vgl. www.abgeordnetenwatch.de

zu (3):
vgl. Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, Ausarbeitung WD8-3000-104/2009, Seite 7 - abrufbar unter: fragdenstaat.de

zu (4):
vgl. Aussage von Hillary Clinton in der Jimmy-Kimmel-Show am 24.3.2016 - zu sehen etwa hier: www.youtube.com

 

Bislang erhielt ich insgesamt 17 Antworten. Um es vorweg zu nehmen: Acht davon sind eher positiv, neun eher negativ.

Während die Partei Die Linke geschlossen einer Öffnung von deutschen UFO-Akten zugeneigt ist, sagen sämtliche befragten CDU-Abgeordneten, dass es nichts zu veröffentlichen gäbe. Die Grünen sind mehrheitlich dafür, bei der SPD ist man sich uneins – die Hälfte ist eher dafür und die andere Hälfte eher nicht. Doch immerhin hat der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz das wohl stärkste Statement in Sachen Ufos geäußert, dass man je von einem deutschen Politiker gehört hat, und damit die Marschrichtung für seine Partei vorgegeben.

Das Ergebnis meiner kleinen, nicht-repräsentativen Umfrage spiegelt jedoch durchaus die Interessenlage der großen Parteien wider: Schließlich war es die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder, die das erste deutsche Informationsfreiheitsgesetz in die Realität umsetzte. Obwohl man Informationsfreiheit durchaus als ein liberales Ziel der FDP vermuten könnte, haben sich die freiheitlichen Demokraten in den letzten Jahren nicht besonders in dieser Angelegenheit hervorgetan.

Es ergibt sich also ein relativ klares Bild: Wer glaubt, dass es geheime deutsche UFO-Akten gibt und will, dass sie veröffentlicht werden, sollte entweder die LINKEN, die SPD oder die GRÜNEN wählen. Wem das egal ist, der kann auch CDU oder die FDP wählen.

Welcher Politiker welche Antwort gab, was Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb, warum Göring Eckardt als einzige Grüne eine negative Bewertung hielt und vieles mehr erfahren Sie im neuen ExoJournal - Spezial zur Bundestagswahl 2017.

Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben. Bitte registrieren, wenn Sie noch kein Konto haben.

busy