EXOPOLITIK Vatikan: Aliens und katholischer Glauben sind vereinbar
Der Chefastronom des Vatikan, José Gabriel Funes hat in einem Interview mit der Zeitung L'Osservatore Romano die Haltung des Vatikan gegenüber außerirdischen Lebensformen konkretisiert. Unter der Überschrift "Der Außerirdische ist mein Bruder" bekräftigt er: Der katholische Glauben ist mit der möglichen Existenz von Außerirdischen durchaus vereinbar. Bereitet der Vatikan damit den Weg für eine offizielle Bekanntgabe außerirdischer Besucher?

"Der Glaube an Außerirdische widerspricht nicht unserem Glauben", sagte Funes im Interview. Die Möglichkeit außerirdischen Lebens auszuschließen bedeute, Gottes kreativer Freiheit Grenzen zu setzen.

Diese neueste Stellungnahme des Vatikans über außerirdisches Leben kommt zu einem Zeitpunkt, da immer mehr Regierungen der Welt das UFO-Thema öffentlich behandeln. Erst heute hatte das britische Verteidigungsministerium ehemals geheime UFO-Akten veröffentlicht. Kürzlich hatte Japans Verteidigungsminister mit dem Statement für Aufsehen gesorgt, dass für den Fall einer friedlichen Kontaktaufnahme Außerirdischer mit der Menschheit keine entsprechenden Protokolle bereitstünden. Unbestätigten Berichten zufolge fand im Februar 2008 eine geheime Debatte bei der UNO über die Frage statt, wie mit den gehäuften UFO-Sichtungen der letzten Zeit umzugehen sei. Versucht der Vatikan eine bevorstehende offizielle Bekanntmachung außerirdischen Lebens vorzubereiten?

Im Jahr 2000 hatte sich bereits Monsignor Corrado Balducci zu Wort gemeldet. Er war der erste offizielle Vertreter des Vatikan, der die Vereinbarkeit von ETs mit dem katholischen Glauben bekräftigte.

Monsignor Corrado Balducci über die Realität außerirdischer Besucher 

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Transkript des Interviews: 

(Übersetzung: Günther Werth, Deutsche Initiative für Exopolitik)

Moderator: "Mons. Balducci - was würden Sie jenen antworten, die behaupten die Aliens seien bereits unter uns?

Mons.Balducci: Man kann heute nicht mehr so denken ob es wahr oder unwahr ist, sind es Wahrheiten oder Unwahrheiten, ob man daran glaubt oder nicht. Mittlerweile gibt es Äußerungen die mit Sicherheit feststellen, dass diese Wesen existieren. Man darf keine Zweifel mehr hegen. Wenn man auch sagen würde, von 100 Phänomenen  99 sind unecht, das restliche Eine beweist, dass es gewisse Phänomene gibt. Das ist das erste Problem, Der Zweifel ist hier nicht menschliche Vorsicht. Zweifeln bedeutet eine menschlich verständliche Umsicht, umsichtig sein heißt vorsichtig sein, nicht leugnen.

Moderator: Welches ist die Konsequenz daraus für die Religion und Philosophie?

Mons. B.: Es gibt keine negativen Konsequenz, alles ist berücksichtigt. Der Herr hat uns ja nicht alles geoffenbart, und so kann man dies wohl annehmen, selbst die Erlösung der Menschheit, Christus ist und bleibt das Zentrum des Universums und das Universum beinhaltet alles, nicht nur die Erde. Es gibt 1000e Sterne und 1000e Galaxien und deshalb kann man zweifelsfrei und vernünftigerweise davon ausgehen, ich kann keine Zahlen nennen,  dass es andere bewohnte Welten gibt.

Hier kommen wir zur zweiten Frage. Wie erklären wir die Existenz anderer Welten, wie Leben in diesen Welten  aussieht, wie und von wem sie bewohnt sind?.

Es gibt ein jahrhundertealtes Sprichwort, das besagt : natura non facit saltus, die Natur macht keine Sprünge.
Es gibt die Pflanzenwelt, das Tierreich, das Menschenreich und das Reich des Evangeliums, das sind die vier Reiche die wir kennen, drei sind natürlich und die nehmen wir wahr. Vom  Menschen zum Engel bedarf es jedoch eines gewaltigeren Schrittes, der aus der Überlegung eines Vorteils für den Engel besteht, so wie ihn der Hl. Thomas, einer der größten Theologen, darstellt.

So ist es sehr wahrscheinlich und auch glaubwürdig, dass zwischen dem Menschen der einen Geist besitzt - dieser arme Geist ist, da der Körperlichkeit untergeordnet an die Materie gebunden und somit eingesperrt. Es reicht bereits aus, wenn der Geist abends zur Ruhe gehen will und die Seele es nicht will, es braucht nur eine kleine Unpässlichkeit zu geben....,  der Geist ist dermaßen eingesperrt -  und dem  Engel der nur Geist ist. Es ist deshalb sehr wahrscheinlich dass es andere Wesen gibt, welche auch eine Seele haben, die aber  weniger an einen Körper gebunden sind und nicht so der Körperlichkeit unterliegen. Eine Seele dieser Art kann solche Fortschritte machen, die wir, wenn wir auch in den letzten Jahrzehnten gewaltige Fortschritte getätigt haben, nicht in der Lage sind zu machen."

 

Nicht immer ging der Vatikan derart offen mit dieser Thematik um. So war im Jahr 1977 der Leiter des US-Jesuitenordens Daniel Sheehan von der Abteilung für Wissenschaft und Technologie des US-Kongresses damit beauftragt worden, die geheimen Informationen über Außerirdische einzusehen, die in der Bibliothek des Vatikan lagern. Seine offizielle Anfrage wurde damals vom Vatikan abgelehnt.  

Wir finden: Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, den der Vatikan mit dieser Äußerung getan hat. Besitzt der Vatikan tatsächlich Geheimdokumente, die die Präsenz von Außerirdischen belegen (spätestens seit der "Botschaft von Fatima" dürfte dies der Fall sein), so tut er gut daran, seine Gläubigen schonend darauf vorzubereiten. Denn eine offizielle Bekanntgabe außerirdischen Lebens könnte nicht nur den katholischen Glauben sondern alle Weltreligionen gänzlich in Frage stellen, die diese Möglichkeit kategorisch ausschließen.

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