Im Antrag wird u.a. aufgeführt, dass George W. Bush eine geheime Propaganda-Aktion durchführen ließ, um die amerikanische Öffentlichkeit von der Notwendigkeit eines Irak-Krieges zu überzeugen. Dazu organisierte das Weiße Haus auch Fernsehauftritte führender Regierungsmitglieder, die Saddam Hussein immer wieder in Zusammenhang mit dem 11. September 2001 brachten und behaupteten, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen. Weitere Punkte umfassten:
Gestern schickten die Vertreter von Kucinichs eigener Partei den Amtsenthebungsantrag in "gesetzliches Niemandsland" . Mit 251 Stimmen wurde beschlossen, den Antrag an einen Prüfungsausschuss weiterzuleiten, wodurch das Vorhaben für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt ist. Auch hatte die demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi wiederholt bekräftigt, dass ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bush für sie nicht in Frage käme. Damit verläuft der aktuelle Antrag ebenso im Sande wie Kucinichs früherer Versuch, eine Amtsenthebung des Vizepräsidenten Cheney anzustrengen.
Der Verfassungsrechtler Prof. Jonathan Turley sieht die amerikanische Demokratie folgerichtig in einer Krise. "Dieses System sollte eigentlich idiotensicher sein - doch niemand ist davon ausgegangen, dass so viele Demokraten angesichts völlig klarer Verbrechen des Präsidenten still bleiben und ihn beschützen würden. Das beunruhigt viele Verfassungsexperten, denn so etwas hätte niemals passieren dürfen."
Dennis Kucinich will jedoch nicht zulassen, dass sein Antrag bei dem Ausschuss in Vergessenheit gerät. Sollte der Ausschuss nicht innerhalb eines Monats darüber entscheiden, wird Kucinich den Antrag erneut einbringen.
