Zukunftswissenschaften Freie Energie Kalte Fusion: Der Sturm des Nickelpulvers
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512px-Millerite_structureEs ist jetzt rund 23 Jahre her, dass die Chemiker Stanley Pons und Martin Fleishmann 1989 einen »Sturm im Wasserglas« auslösten. Sie behaupteten, dass sie ein Verfahren entwickelt hätten, bei dem eine Kernfusion bei Raumtemperatur in einem »Wasserglas« ablaufen sollte. Wenn man den Veröffentlichungen einger Forschergruppen glauben mag, steht diese Technologie nun kurz vor der Markteinführung.

 

 

Von Bernd Koschmieder

Es ist die älteste und effizienteste Methode der Wärmegewinnung, die die Natur aus sich selbst hervorgebracht hat. Sorgt sie doch dafür, dass unsere Sonne über mehrere Milliarden Jahre Energie abstrahlt und unseren Planeten zu einem für uns Lebensfreundlichen macht.

 

Die beiden Forscher Pons und Fleishmann hatten damals eine riesige Diskussion unter Wissenschaftlern losgetreten und am Ende hieß es, dass das Experiment nicht reproduzierbar sei und sowieso unmöglich. Das Thema verschwand – wenn auch mit einem bitteren Nachgeschmack – in der Versenkung. Der Begriff »kalte Fusion« wurde so zu einem Synonym für unseriöse wissenschaftliche Arbeit.

 

Heute liest man wieder Berichte über diese Technologie, jedoch vermeiden die Forscher den Begriff »kalte Fusion«. Sie finden das Thema mit Hilfe der Suchbegriffe Andrea Rossi, E-CAT, Defkalion und LENR. Beide Gruppen, die um den Italiener Andrea Rossi und die Griechische Firma Defkalion, beschreiben den gleichen Effekt, mit dem sich auch die NASA beschäftigt. Man nehme Nickelpulver einer bestimmten Körnung, gebe ein paar geheime Katalysatoren bei und setze dieses Gemisch einem hohen Druck von reinem Wasserstoffgas aus. Heraus kommen große Mengen Wärmeenergie, die man auch teilweise in elektrischen Strom verwandeln kann. Man liest, dass die Firma Siemens wohl schon an einem Generator baut, welcher dafür passend entwickelt wird. Interessant ist auch, dass sich in dem Gemisch nach einiger Laufzeit Spuren von Kupfer finden lassen. Trägt doch Kupfer ein Proton mehr als Nickel in seinem Atomkern.

 

Beide Gruppen behaupten übrigens nicht, dass sie die beobachteten Effekte mit schulwissenschaftlichen Methoden erklären können. Sie gehen einen anderen Weg, als damals Pons und Fleishmann. Ihr Motto könnte eher lauten: „Ist doch egal, wie es im Detail funktioniert! Fakt ist, dass aus der Vorrichtung billige Wärmeenergie heraus kommt und keinerlei schädliche Rückstände oder gar radioaktive Strahlungen entstehen.“ Der Beweis, dass diese Technologie funktioniert, wird also nicht durch die wissenschaftliche Reproduzierbarkeit des Experiments, sondern durch den Endanwender erbracht werden.

 

Dennoch sind zur Zeit sieben Gruppen von Forschern dabei, mit eigenen Meßmethoden der Sache auf den Grund zu gehen. Sie untersuchen die

Vorrichtung, unabhängig voneinander, in Griechenland bei der Firma Defkalion und man darf gespannt sein, was die Ergebnisse sein werden. Letztlich wird es aber irrelevant sein, was die Forscher sagen, wenn die Geräte bald vielfach Häuser heizen und billigen Strom erzeugen.

 

Der Preis für eine kW/h soll bei etwa einem Cent liegen und die Anschaffungskosten für eine Hausanlage wären durch die Unabhängigkeit von Öl und Gas nach kurzer Zeit eingespielt. Danach hat man eine schier unbegrenzte und vor allem autarke Energiequelle. Lediglich die Nickelpatrone muss alle 6 Monate gewechselt werden und dies soll so einfach sein, wie eine Patrone in einem Drucker zu erneuern. Der Preis für eine Nickelladung soll bei etwa 30,- € angesiedelt sein.

 

Andrea Rossi sagt, dass er bereits die erste 1 Megawatt-Anlage ausgeliefert hat und weitere bestellt und in Produktion sind. Defkalion meldet, dass die Massenproduktion in Kürze beginnt und die Auslieferung noch dieses Jahr starten soll.

Wollen wir hoffen, dass es so kommt!

 

Weitere Informationen:

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