Die kanadische Regierung gewährt der Öffentlichkeit Zugang zu tausenden Regierungsakten über UFOs. Insgesamt 9500 digitalisierte Dokumente von 1947 bis Anfang der 80er Jahre sind auf der offiziellen Webseite des Kanadischen Nationalarchivs abrufbar.

Die Sammlung trägt die Überschrift: „Kanadas UFOs: Die Suche nach dem Unbekannten". Im Gegensatz zu freigegebenen Akten aus anderen Ländern enthalten die Dokumente nicht nur Sichtungsberichte, sondern auch Analysen von Regierungsbehörden – und die haben es in sich.

von Michael Salla, Ph.D.

Die Berichte, Memos, Vorschriften und Briefwechsel in Bezug auf UFOs stammen aus den kanadischen Ministerien für Verteidigung, für Transport, vom Nationalen Forschungsrat Kanadas sowie von der Königlichen Kanadischen Polizei.

Großbritannien veröffentlicht bis zum Jahr 2012 ebenfalls tausende UFO-Akten. Das britische Programm zur allmählichen Offenlegung begann bereits im Mai 2007, und im Oktober 2008 wurde der vorerst letzte Teil freigegeben. Die Französische Weltraumagentur CNES hatte bereits im März 2007 angekündigt, dass sie die französischen UFO-Akten auf einer Regierungswebseite veröffentlichen würde. Der wichtigste Unterschied zwischen den UFO-Akten Kanadas und denen anderer Länder ist jedoch, dass Kanada neben den reinen UFO-Sichtungsberichten auch dazugehörige Analysen veröffentlicht. Der Koordinator der kanadischen Initiative für Exopolitik, Victor Viggiani, kommentiert:„Die kanadischen Akten enthalten nicht nur UFO-Berichte, sondern beschreiben Maßnahmen, Beratungen und Briefwechsel zwischen verschiedenen Ministerien. Darin versuchen kanadische Regierungsbeamte, die Bedeutung der beträchtlich ansteigenden UFO-Sichtungen zu verstehen. Sie zählen auch die Probleme der Amerikaner auf, mit den UFO-Sichtungen Schritt zu halten.“

So heißt es beispielsweise in einem der freigegebenen Memos vom September 1967 mit dem Titel „Unidentifizierte Fliegende Objekte (UFOs) – Untersuchungen“: „Eine Anzahl von untersuchten Berichten legt die Möglichkeit nahe, dass UFOs einzigartige Informationen für die Wissenschaft bzw. fortgeschrittene Technologie aufweisen, welche unter Umständen einen Beitrag zur wissenschaftlichen oder technischen Forschung leisten könnte." Ein weiteres Memo beschreibt detailliert eine UFO-Sichtung am 4. Oktober 1967 bei Shag Harbor durch Beamte der Königlichen Kanadischen Polizei sowie sechs Zivilisten.

Darin heißt es: „Zeugen meldeten die Sichtung eine 20 Meter langen Objektes, das sich in östliche Richtung bewegte, bevor es rasch ins Wasser tauchte und dabei helle Spritzer verursachte.“ Der Bericht fährt fort: „Für kurze Zeit erschien auf der Wasseroberfläche ein einzelnes, weißes Licht. Die RCMP (Königliche Kanadische Polizei) versuchte mit Hilfe von örtlichen Fischern und ihren Booten, das Objekt zu erreichen, bevor es schließlich auf den Grund sank.“

Die wichtigsten Dokumente betreffen jedoch ein geheimes kanadisches Forschungsprojekt, welches in den Jahren 1950 bis 1952 von Experten des kanadischen Transportministeriums unter der Leitung des Rundfunkingenieurs Wilbert Smith durchgeführt wurde. In seinem Bericht zu „Project Magnet“ – so der Name des Geheimprojekts – beschreibt Smith ausführlich die Flugeigenschaften von UFOs, welche weit jenseits der damaligen technischen Möglichkeiten lagen: „...es ist schwierig, diese Flugeigenschaften mit den Möglichkeiten unserer Technologie zu vereinbaren, und sollte die Technologie einer irdischen Nation nicht weit fortgeschrittener sein als allgemein bekannt, so liegt der zwingende Schluss nahe, dass die Fluggeräte möglicherweise außerirdischen Ursprungs sind, auch wenn unsere Vorurteile das Gegenteil besagen.“

Auch wenn nicht alle freigegebenen Informationen des kanadischen Nationalarchivs für UFO-Forscher neu sind, gewähren sie doch einen umfassenden Überblick über die X-Akten der Kanadischen Regierung. Kanada reiht sich somit in die Gruppe von Ländern ein, die ihre UFO-Akten bereits frei gegeben haben. Wenn Präsident Obama am 19. Februar nach Kanada reist, könnte er sich etwas Zeit nehmen und den kanadischen Premier Steven Harper um Tipps bitten, auf welche Weise auch die USA ihre noch geheimen UFO-Akten freigeben könnte.

Anmerkung: Die UFO-Webseite des kanadischen Nationalarchivs ist bereits seit geraumer Zeit online, doch seitdem sind immer neue Fälle hinzugekommen.

  • UFO-Akten auf der Webseite des Kanadischen Nationalarchivs
  • Zusammenstellung ausgewählter UFO-Fälle im Nationalarchiv
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