Zeitgeschehen Geheimdokumente Großbritannien liefert UFO-Hacker McKinnon aus
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Das britische House of Lords hat die Berufung des britischen Computerexperten Gary McKinnon gegen Auslieferung an die USA abgewiesen. Bei einer Verurteilung in den USA droht ihm lebenslängliche Haft. McKinnon war in den Jahren 2000-2002 in zahlreiche Computernetzwerke des US-Militärs und der NASA eingedrungen und hatte dort nach Beweisen für die Vertuschung von UFOs gesucht. Laut eigener Aussage wurde er dabei mehr als fündig.

Die gestern veröffentlichte höchstrichterliche Entscheidung des House of Lords zählt lückenlos die Anzahl und Standorte der gehackten Computer auf. So verschaffte sich McKinnon Zugang zu insgesamt 97 Computern, darunter 53 von der US-Army, 26 Computer der US-Marine, 16 NASA-Computer sowie jeweils einem Computer des Verteidigungsministeriums und der US-Luftwaffe.

Eklatante Sicherheitslücken

Dazu installierte er auf den Computern die frei erhältiche Remote-Administrationssoftware "Remotely Anywhere", was ihm nur durch erstaunliche Sicherheitslücken im Regierungsnetzwerk gelang. "Viele der Computer waren nicht passwortgeschützt", sagte McKinnon in einem Interview mit Project Camelot aus dem Jahr 2006 (Transkript).

Durch die Remote-Software konnte er so die komplette Steuerung der Computer übernehmen, den Bildschirminhalt sehen und den Mauszeiger bewegen. Ohne eklatante Sicherheitslücken auf den Regierungscomputern wäre dies absolut unmöglich gewesen.

Einmal wurde er sogar von einem Angestellten auf frischer Tat ertappt - ohne Folgen: "Ich muss die Zeitzonen irgendwie durcheinander gebracht haben, oder er (der Angestellte) machte gerade Überstunden. Offenbar hatte er gesehen, wie der Mauszeiger sich über den Bildschirm bewegte. Als Nächstes sah ich, wie Wordpad aufging, und jemand tippte ein: 'Wer bist Du?'.

Da wurde ich panisch, ich wollte ja nicht erwischt werden. Also machte ich auf der Stelle kehrt und brachte ihm eine Erklärung. Ich sagte: 'Ich bin von Nipponet Security (...) ich habe entdeckt, dass von diesem Computer aus nicht-authorisierte Scans durchgeführt werden und untersuche das gerade.' Da versuchte er mich zu beeindrucken, er zeigte mir die Virus-Scans um zu beweisen, dass der Computer sauber war - und dann zog er ab."

Auf der Suche nach UFO-Beweisen

McKinnons Motivation für seinen Hack war sein Interesse für unterschlagene Informationen über UFOs gewesen, wie er bei zahlreichen Interviews wiederholt äußerte. Im Jahr 2001 wurde er auf das Disclosure Project aufmerksam, welches sich unter anderem für die offizielle Bekanntgabe außerirdischen Lebens einsetzt: "Da wurde mir klar, dass es 400 Zeugenaussagen von Leuten gibt, die bei der zivilen Luftüberwachung, bei militärischen Radarstationen und so weiter arbeiteten, bis hin zu Offizieren, die für den Start von Atomraketen verantwortlich waren. Ich fand sie absolut glaubwürdig."

Besonders die Aussage der ehemaligen NASA-Mitarbeiterin Donna Hare machte ihn neugierig. Hare hatte zu Protokoll gegeben, dass sie einmal im Fotolabor der NASA Fotos mit UFOs gesehen hatte. Ein NASA-Mitarbeiter hatte ihr versichert, dass solche Fotos immer erst retuschiert werden, bevor sie an die Öffentlichkeit gelangen.

Also verschaffte er sich Zugang zum Netzwerk des Johnson Space Center und machte die Computer in Gebäude 8 ausfindig, wo Donna Hare gearbeitet hatte. Auch hier gelang ihm der Einbruch, weil die NASA-Computer nicht passwortgeschützt waren. Was er dann erblickte, verschlug ihm den Atem: "Diese Ordner waren voll mit Bildern in einem proprietären NASA-Format (...) Ich klickte auf das erste Bild (...) ich hoffte, dass ich ein Foto von einer Untertasse finden würde, aber stattdessen sah ich die Erde (...)

Und als das Bild zu zwei Dritteln heruntergeladen war, erblickte ich ein typisches zigarrenförmiges Objekt, aber es hatte Golfball-ähnliche Kuppeln oben und unten sowie abgerundete Kanten. Keine Schweißnähte, keine Nieten. Keine Antennen oder so etwas. Es sah für mich überhaupt nicht so aus, als sei es von Menschen gemacht worden."

Auch stieß er nach eigenen Angaben auf Hinweise, dass die NASA mit Außerirdischen zusammen arbeitet und ein geheimes und sehr fortgeschrittenes Raumfahrtprogramm betreibt: "Da war eine Excel-Tabelle mit dem Namen "Nicht-Irdische Offiziere", und sie enthielt Namen und Ränge... es war keine lange Liste (...) vielleicht 20 oder 30 Einträge. (...)

Außerdem war da eine Liste mit Schiff-zu-Schiff und Flotten-zu-Flotten-Transfers - also Materialtransporte von Flotte zu Flotte. Aber das waren keine US-Marineschiffe. (...) Ich schloss daraus, dass da gerade ein weltraumstationiertes Space Marines Kommando gebildet wurde."

Hält die NASA Erkenntnisse über Außerirdische zurück?

In der Tat ist es nicht abwegig, dass die National Aeronautics and Space Administration etwaige Beweise für die Existenz außerirdischer Besucher zurückhalten könnte. Bei der NASA handelt es sich entgegen der allgemeinen Auffassung nicht um eine rein zivile Weltraumbehörde. Seit Ihrer Gründung am 29. Juli 1958 unterstand sie stets der Aufsicht des Pentagons und der Geheimdienste.

Zu den Aufgaben der NASA zählt laut dem Gründungsgesetz (Public Law 85-568, 85th Congress, H.R. 12575 vom 29. Juli 1958), dass die NASA den Behörden, die mit der nationalen Sicherheit  betraut sind, alle Entdeckungen von militärischem Wert oder Bedeutung zu übermitteln hat (Sec.102 (c) (6). Ein Zeichen der engen Verstrickung der NASA mit Geheimdiensten ist nicht zuletzt die Tatsache, dass deren aktueller Direktor Michael Griffin ein ehemaliger Mitarbeiter der CIA ist.

 

Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Auslieferung

Im März 2002 wurde Gary McKinnon durch ein Spezialkommando der britischen Polizei festgenommen und nach einigen Verhören gegen Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Gerichtliche Auflagen verbieten ihm seitdem, sich einem Computer auch nur zu nähern. Im November 2002 kündigte das US-Verteidigungsministerium an, dass es einen Auslieferungsantrag stellen wolle.

Die US-Regierung trat an McKinnons Anwälte heran und schlug einen Deal vor: Wenn McKinnon freiwillig in die USA reise, um sich dem dortigen Gerichtsprozess zu stellen, würde seine Haftstrafe auf drei bis vier Jahre verkürzt und er könne diese größtenteils in Großbritannien absitzen. Sollte McKinnon das Angebot jedoch ausschlagen, drohten die US-Vertreter, würde er mit der Höchststrafe verurteilt werden.

Seine Strafe müsse er dann vollständig in den USA absitzen, eine Rücküberführung nach Großbritannien käme dann nicht in Frage. McKinnon schlug den Deal aus, da die US-Regierung sich weigerte, ihr Angebot schriftlich abgeben. Einen Auslieferungsantrag stellte die US-Staatsanwaltschaft vorerst nicht.

Das änderte sich am 7. Juli 2005 und McKinnon wurde erneut festgenommen. Die gesetzliche Grundlage für die Auslieferung McKinnons bildet der im November 2003 beschlossene Extradition Act 2003. Das neue Auslieferungsgesetz trat am 1. Januar 2004 in Kraft und gilt für alle Auslieferungsanträge, die ab diesem Datum bei der britischen Regierung eingehen. Mit anderen Worten: Gary McKinnon soll nun auf der Grundlage eines Gesetzes ausgeliefert werden, dass es zum Zeitpunkt seiner kriminellen Handlungen noch gar nicht gab. 

Besonders pikant ist die Tatsache, dass dieses Gesetz keinerlei Beweise für eine Straftat verlangt, um die Auslieferung eines britischen Staatsbürgers zu erwirken. Die Notwendigkeit einer Vorlage von Beweisen für behauptete Straftaten wird in diesem Gesetz ausdrücklich ausgeschlossen, wenn der Auslieferungsantrag von den USA, Kanada, Australien oder Neuseeland gestellt wird. Die US-Regierung muss demnach nicht beweisen, dass McKinnon einen Schaden von 900.000 US$ verursacht hat. Es reicht die bloße Behauptung, dass es so gewesen ist.

Da die letzte Entscheidung durch die höchste richterliche Instanz in Großbritannien gefällt wurde, bleibt den Verteidigern McKinnons jetzt nur noch der Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Da McKinnon in den USA ein Prozess vor einem Militärgericht sowie unter Umständen sogar eine Haftstrafe auf Guantanamo Bay droht, hofft die Verteidigung, ähnliche Einwände gegen die Entscheidung geltend machen zu können wie im Falle des britischen Staatsbürgers Babar Ahmed, gegen den derzeit ebenfalls ein Auslieferungsverfahren wegen des Verdachts auf Unterstützung einer Terrororganisation läuft. Auch die erwähnte Drohung der US-Regierung wird bei dem Eilantrag der Verteidigung eine Rolle spielen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird innerhalb der nächsten 20 Tage über den Eilantrag McKinnons entscheiden. Sollte das Gericht dem Auslieferungsurteil stattgeben, gibt es keinerlei rechtliche Mittel mehr, um die Auslieferung zu verhindern. Es bliebe nur noch die Hoffnung, dass man die Öffentlichkeit mobilisieren kann. Bislang hatte die Verteidigung es jedoch vermieden, die von McKinnon gefundenen Hinweise auf eine UFO-Vertuschung in den Mittelpunkt ihrer Strategie zu rücken.

 

Interview mit Gary McKinnon

 

Quelle: www.projectcamelot.org

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