Zukunftswissenschaften UFO Forschung Frischer Wind in der UFO-Forschung
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Vor rund einem Jahr beschlossen die drei wichtigsten deutschen UFO-Vereine GEP, MUFON-CES und DEGUFO eine deutlich engere Zusammenarbeit. Auf der aktuellen Frühjahrstagung der DEGUFO in Erfurt trafen sich die UFO-Forscher erneut, um sowohl über die Zusammenarbeit im vergangenem Jahr als auch über neue vereinsübergreifende Forschungsansätze und -projekte zu diskutieren. Was die Forscher der verschiedenen Organisationen eint, ist ein echtes Interesse am UFO-Phänomen selbst.

Auf dem Bild v.l.n.r.: Henning Pathz, Exopolitik Deutschland; Marius Kettmann, MUFON-CES; Alexander Knörr, DEGUFO; Natale Cincinnati, GEP, Danny Ammon, GEP und DEGUFO

Danny Ammon, zweiter Vorsitzender der GEP, stellte gleich zwei Forschungsansätze vor. In dem ersten Projekt soll es um die Grundkonzepte, Begriffsdefinitionen und Kategorisierungen in der UFO-Forschung gehen. Dabei soll sich eine vereinsübergreifende Arbeitsgruppe um die Analyse und Weiterentwicklung grundlegender Konzepte, Begriffe und Kategorien in der UFO-Forschung kümmern. Ziel ist die Schaffung einer neuen Rededefinition und eine Neuaufstellung der Grundkonzepte, welche unter Umständen das gesamte Forschungsgebiet neu strukturieren und charakterisieren könnte.

Weiter schlug Ammon eine Untersuchung des Einflusses des Melderverhaltens auf die quantitativen Ergebnisse einzelner Fallermittlergruppen vor. Dabei soll eine vereinsübergreifende Arbeitsgruppe Struktur und Eigenschaften der Melder, die sich bei einer bestimmten Organisation oder einem bestimmten Forscher melden, untersuchen und diese Ergebnisse dann mit den jeweiligen anderen Forschungsgruppen vergleichen. Dabei merkt Ammon an: „Eine wichtige Voraussetzung für die Bearbeitung des Themas sind gruppenübergreifend zumindest identische Teile eines Sichtungsmeldungsfragebogens. Nur auf diese Weise können direkte Vergleiche einzelner Items erfolgen, überdies ist so die datenbankbasierte Arbeit wesentlich vereinfacht.“

Natale Cincinnati (GEP) stellte das Projekt „Kulturelle Interpretation von paranormalen Sichtungen“ vor. Dabei sollen in einem ersten Schritt die gemeinsamen aber auch die unterschiedlichen Aspekte von folkloristischen Erzählungen über Begegnungen mit sogenannten Fabelwesen (Zwerge, Elfen, Feuermenschen, etc.) und heutigen modernen Begegnungen und Entführungserfahrungen mit sogenannten Aliens gegenübergestellt werden. Zukünftig könnte die Forschung auf weitere Kulturkreise, z.B. Japan, ausgeweitet werden.

Interesse an der kulturellen Einordnung des UFO-Phänomens zeigt auch der Medienwissenschaftsstudent und Exopolitik-Aktivist Henning Pathz. Untersuchungsgegenstand seines geplanten Forschungsprojektes ist dabei die deutsche Presseberichterstattung der letzten 60 Jahre. Besonderes Augenmerk möchte er auf die journalistische Darstellungsweise und Interpretation des UFO-Themas in der lokalen Presselandschaft legen sowie deren Veränderung im Zeitverlauf. Bei der aufwändigen Suche nach historischen Zeitungsartikeln erhält er Unterstützung der Forschungsgruppen und Zugang zu bereits bestehenden Artikelarchiven. (Weitere Hinweise auf Artikelsammlungen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Marius Kettmann von der MUFON-CES erläuterte gegenüber exonews.de ein weiteres, wichtiges Projekt:

"Durch die Erfahrung, dass es in den letzten 10 Jahren zu einem Vermischen vom UFO-Rätsel mit rechtem Gedankengut, dem Mystifizieren von angeblichen UFO-Artigen Erfindungen im NS-Staat und dem regelrechten Unterwandern von an UFOs interessierten Gruppen, Zeitschriften und Veranstaltungen durch rechtslastig anzusehenden Personen(gruppen) gekommen ist, habe ich gemeinsam mit dem GEP- und AAS-Mitglied, André Kramer eine Aufklärungsarbeit als wesentlichen Faktor definiert, mit dem wir gegen dieses Thema vorgehen möchten.

Geplant ist eine Anthologie, in welcher verschiedene Forscher des UFO-Phänomens, aber auch aus geschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, zu Wort kommen und den derzeitigen Wissens- und Forschungsstand zum Thema und somit, zumindest dem deutschsprachigen Interessengruppen, erstmalig in einem Sammelband zur Verfügung stellen werden.

Eine genaue Ausschreibung zum Projekt wird es in näherer Zukunft geben. Dann können sich Interessierte mit der Einsendung eines Artikels am Projekt beteiligen."

Zum Schluss stellte der Erste Vorsitzende der DEGUFO, Alexander Knörr, das „Projekt Generationenbibliothek“ vor. Ziel ist es, die grenzwissenschaftlichen Bibliotheken, viel mehr aber auch den wissenschaftlichen Nachlass und die Archive von UFO-Forschern, nach deren Ableben zu erhalten und zu schützen.

Den Rahmen der DEGUFO-Frühjahrstagung bildeten natürlich wieder viele interessante Vorträge.

Gerhard Gröschel stellte seine Forschungsergebnisse aus dem österreichischen Knittelfeld vor. Gröschel ist selbstständiger Elektroniker und konnte im vergangenem Jahr zwei Wochen lang einen selbstentwickelten „UFO-Detektor“ auf dem Dachboden der UFO-Zeugen Kaliba/Trieb stationieren. Das Gerät enthält unter anderem einen Magnetfeldsensor, der bei erscheinen eines unidentifizierten Flugobjektes zwei Fotokameras auslöst. Tatsächlich konnte Gröschel auf diese Weise Aufnahmen von einigen unidentifizierten Flugobjekten machen.

Dr. Jens Waldeck stellte neue Denkansätze und integrale Studien zum UFO-Phänomen vor.

Horst Grünfelder präsentierte seine Bildanalysen bekannter und unidentifizierter Flugobjekte.

Der Buchautor Lars Fischinger stellte das Wunder von Guadalupe vor. Im 16. Jahrhundert erschien das Bildnis der Mutter Gottes auf dem Kleidungsstück eines christlich getauften Azteken. Das Bild hat einige besondere Eigenschaften. So ist es nach über 400 Jahren immer noch sehr gut erhalten und es wechselt, je nach Standort des Betrachters, die Farbe. Wie das Bild tatsächlich entstehen konnte bleibt bis heute ein Rätsel.

Patrick Hübner gab aus erster Hand einen Einblick in die Entführungsthematik und konnte viele Irrtümer, die mit dem Phänomen in Verbindung stehen, aufklären.

Illobrand von Ludwiger, Leiter der MUFON-CES, hielt einen Vortrag über "die Grundlagen einer wissenschaftlichen UFO-Forschung aus wissenschaftssoziologischer, -psychologischer sowie wissenschaftstheoretischer Sicht“ und zeigte dabei eine Vielzahl von Radaraufzeichnungen unidentifizierter Flugobjekte, die belegen, dass das Phänomen häufiger auftritt, als allgemein angenommen wird.

Marius Kettmann von der MUFON-CES gab einen Einblick in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen UFO-Forschung.

Robert Fleischer von Exopolitik Deutschland präsentierte die neuesten Informationen, die er von der amerikanischen X-Conference mitgebracht hatte. So stellte Fleischer unter anderem den Bericht des amerikanischen Chirurgen Dr. Roger Leir über ein Objekt mit merkwürdigen physikalisch-chemischen Eigenschaften vor, das aus dem Körper eines vorgeblichen Entführten herausoperiert wurde und offenbar ein "funktionales Gerät" darstellt. Außerdem zeigte er die Rede des Apollo-Astronauten Dr. Edgar Mitchell im National Press Club. Mitchell forderte vor laufenden Fernsehkameras den amerikansichen Präsidenten auf das Wahrheitsembargo über die außerirdische Präsenz auf der Erde aufzuheben.

"Respektvoll aber bestimmt" hieß es im letzten Jahr. Und in der Tat war dies der Tenor, der auch die diesjährige DEGUFO-Tagung in Erfurt bestimmte. Die verstärkte Zusammenarbeit der deutschen UFO-Vereine macht vor allem eines deutlich: Es weht ein frischer Wind in der deutschen UFO-Szene. Vorbei die Zeiten, in denen persönliche Differenzen im Vordergrund standen - von nun an bestimmt das gemeinsame Interesse am UFO-Phänomen selbst die Debatte.

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